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Monday, September 14, 2026

Europa vereint für den Frieden: Wie Frankfurt zur Peace City wurde

Frankfurt hat ein starkes Zeichen gesetzt: Rund 600 Gäste aus fünf europäischen Ländern kamen am Donnerstag, den 18. Dezember 2025, in Frankfurt-Griesheim zur Peace City Gala Night zusammen. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass Frieden in Europa nicht nur ein historisches Ideal, sondern eine konkrete Gestaltungsaufgabe der Gegenwart ist. Im Zentrum stand die Frage, welche Verantwortung Führungspersönlichkeiten in Politik, Zivilgesellschaft und Religion angesichts wachsender sozialer und politischer Spannungen tragen.

Dialog als Fundament einer friedlichen Gesellschaft

Die Gala bildete den Abschluss einer mehrmonatigen Veranstaltungsreihe der Frankfurter Initiative Peace City 069. Ziel war es, Akteure aus Zivilgesellschaft, Politik, Religion, Bildung und Kultur miteinander zu vernetzen und den europäischen Dialog über sozialen Zusammenhalt und Frieden zu stärken – sowohl auf kommunaler als auch auf europäischer Ebene.

Eröffnet wurde der Abend durch Grußworte religiöser Würdenträger. Rabbiner David Basok betonte dabei die zentrale Rolle von Bildung und Begegnung für nachhaltige Friedensarbeit:

„Wir beten für den Frieden. Wir wünschen uns Frieden und wir versuchen unser Bestes, um durch Bildungsprogramme, durch Gespräche und durch Taten unseren Teil zum Frieden beizutragen.“

Städte als Schlüsselakteure des europäischen Friedensprojekts

Ein inhaltlicher Höhepunkt war die Podiumsdiskussion „Europa als Friedensprojekt – Ursprünge, Zukunftsverantwortung & die Rolle der Städte“. Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen – darunter eine Bürgermeisterin aus einem Pariser Vorort – diskutierten, wie Kommunen zu Stabilitätsankern in einer fragmentierten Gesellschaft werden können.

Matthias Böhning, Generalsekretär der Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), hob hervor, dass Städte jungen Menschen konkrete, gewaltfreie Perspektiven eröffnen müssten, um langfristig Frieden zu sichern.

HWPL appelliert an Europas Verantwortung

Einen besonders eindringlichen Appell richtete Ricarda Haase, Leiterin der Zweigstelle von HWPL Deutschland e.V., an die politischen Entscheidungsträger Europas. Sie machte deutlich, dass Frieden kein abstrakter Zustand sei, sondern tägliches Handeln erfordere:

„Leiterinnen und Leiter Europas, bitte wacht auf. Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, sondern die Verantwortung von jedem einzelnen.“

Damit unterstrich HWPL erneut seinen Ansatz, Frieden als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen, die Politik, Religion und Zivilgesellschaft gleichermaßen einbindet.

Interreligiöse Zusammenarbeit als Zukunftsmodell

Ein weiterer Meilenstein des Abends war die Vorstellung der Religious Peace Academy, einer internationalen Bildungsinitiative zur Förderung des interreligiösen Dialogs. Über 50 religiöse Führungspersönlichkeiten – darunter Priester, Imame, Pfarrer, Theologiestudierende sowie Vertreter aus Buddhismus, Hinduismus, Christentum, Sikhismus und Islam – kamen erstmals in dieser Form zusammen.

Sie unterzeichneten eine gemeinsame Deklaration, die den Anspruch bekräftigt, dass interreligiöse Zusammenarbeit nicht bei Worten stehen bleibt, sondern durch konkrete Projekte für Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt umgesetzt wird. Der aus Österreich angereiste Sikh-Priester Kahlon Singh betonte dabei die Bedeutung gemeinsamer Lern- und Dialogräume für gegenseitiges Verständnis.

Frankfurt als Labor für gelebten Frieden

Kulturelle Beiträge und Performances aus Tschechien, Deutschland und Frankreich rundeten den Abend ab und verdeutlichten die verbindende Kraft von Kunst und Kultur im europäischen Friedensdiskurs.

Die Anfang 2025 gegründete Initiative Peace City Frankfurt verfolgt das Ziel, Frieden als gelebten Wert im urbanen Alltag sichtbar zu machen. Die Organisatoren kündigten an, ihre Aktivitäten im kommenden Jahr weiter auszubauen.

Die Peace City Gala Night zeigte eindrucksvoll: Wenn Städte Verantwortung übernehmen, Dialog fördern und Organisationen wie HWPL Brücken bauen, kann Frieden in Europa mehr sein als ein politisches Versprechen – nämlich eine gemeinsam gestaltete Realität.

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